Diskussion: www.klimaarchiv.info/

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    Was beeinflusst das Klima?


    Das Klima ist ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren!
    • Temperaturen, Niederschlägen, Windrichtung und -stärke, Hoch-/Tiefdruck, Wolken;
    • Atmosphäre (Jetstream, Luftdruck, Konzentration der Treibhausgase, Aerosole und Staubteilchen, Wasserdampf);
    • Atmosphärischer Fluss mit extremer feuchter & gesättigter Luft (Bänder mit einer Höhe von 1-2 Km sowie 400-600 Km Breite und mehrere 1000 Km Länge);
    • Wolken (Höhe, Dichte, Eiskristalle, Meersalz, Wüstensand);
    • Großwetterlagen (Hoch Mitteleuropa, Tief Mitteleuropa, Island-Tief, Grönland-Tief, Azoen-Hoch, Nordmeer-Hoch, Russland-Hoch, Skandinavien-Hoch, Hochdruckbrücke, Tiefdruckrinne, Vb-Tief, Omega-Hoch);
    • Lostage (Wetter-Singularitäten benannt u.a. nach Heiligen oder Schutzpatronen) z.B.: Eisheiligen (11.05.-15.05.), Schafskälte (04.06.-20.06.), Siebenschläfer-Tag (27.06.), Hundstage (23.07.-23.08.), Altweibersommer (Herbst), Martini-Sommer (Um den 11.11. herum);
    • Ozeanen (Temperaturen, Meeresströmungen, Salzgehalt, Verhältnis von Süß-/Salzwasser);
    • Albedo-Effekt (Eis, Wüste, Sand, Versiegelung der Böden);
    • Berge;
    • Aktivitäten von Vulkanen und der Erdplatten;
    • Sonne (Einstrahlung, Sonnenflecken);
    • Aerosole & Staub;
    • Erdachse (Neigung, Verschiebung, Umpolung des Magnetfeldes der Erde);
    • Vegetation (Bäume & Pflanzen als Treibhausgas-Speicher);
    • Asteroiden- oder Kometeneinschläge;
    • eventuell kosmische Teilchen.

    Diese Seite beschäftigt sich u.a. mit der Frage, was ist ein Klimaarchiv, welche kulturellen, ökologischen Folgen herausragende Klimaereignisse mit sich bringen und gewährt anhand ausgewählten Beispielen einen Rückblick auf vergangene Zeiten.


    Das Klima ist im ständigen Wandel. Vor der Erfindung eines Instrumentes zur Messung der Lufttemperatur (Thermometer) 1597 durch Galilei, des Luftdrucks (Barometer) 1643 durch Torricelli sowie des durch Großherzog Medici um 1650 ersten errichteten internationalen Messnetztes benötigt man zur Rekonstruierung des Klimas einen Blick in das Klima-Archiv.


    In Kurzform: Es handelt sich um Zukunftsforschung in der Vergangenheit



    Das Klima-Archiv umfasst z.B. Narrative u.a. aus

    • Aufzeichnungen von Ernten (Heu- und Getreideerträge, Teuerung, Rationalisierung ...);
    • Fäulnis, Ungeziefer, Schimmel, Schädlinge, Schäden, Blüte, Reife, Ernte, Erntetermine, Qualität von Aussaat, Pflanzen, Getreide, Gemüse, Obst, Wein ...;
    • Einführung von Kornkammern für die Haltbarkeit und für den Notvorrat;
    • Baumringen (Feuchtwarme, niederschlagsreiche Vegetationsjahre sind wachstumsfördernd; trockene Jahre sowie sehr strenge Winter sind wachstumsmindernd);
    • Vereisungen von Seen (Sogen. Seegfrörne), Küstenabschnitten (Nordsee, Atlantik oder Lagune von Venedig) und Meeren;
    • Intensität von Schneefällen, Frösten oder den Schneebedeckungen;
    • der Weinqualität;
    • Epidemien/Seuchen/Krankheiten bei Menschen und Tieren;
    • "Demografische Wüstungs-Urne": Hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit, Mangel an Arbeitskräften, Mangel an kalorien- und proteinreichen Nahrungsmitteln, Seuchen, Missernten, Hungersnöte, Massiver Bevölkerungsrückgang durch Migration, Landflucht, Brachflächen, Wandel von Dörfern, Städten, Siedlungen zu sogen. Wüstungen;
    • der Fischereierträge (Insbesondere Mittelmeer, Atlantik, Nord- und Ostsee);
    • Zusammensetzung, Fruchtbarkeit und Qualität der Böden;
    • Ackeranbau und Baumbestände (z.B. in den Alpen);
    • Änderungen in der Viehzucht (in Großbritannien lösten ab dem 12. Jahrhundert Schafe die Rinder ab; in Europa löst das Pferd den Ochsen ab; in Teilen Europas wird der Esel ein Nutztier);
    • Änderungen in der Tierwelt und bei Mikroorganismen (Die Tropenkrankheit Malaria wurde während der kleinen Eiszeit aus dem Mittelmeer-Raum zurückgedrängt, die Pest war dagegen auf dem Vormarsch ebenfalls Läuse und Flöhe);
    • schriftlichen Quellen & Memoiren;
    • städtischen und kirchlichen Archiven & Chroniken (Insbesondere bei heiligen, kirchlichen & liturgischen Festen/Feiertagen);
    • Tontafeln, Urkunden, Verzeichnisse, Briefwechsel (vor allem im Altertum);
    • Witterungs-, Reise- und Schiffstagebüchern;
    • Berichte über Feldzüge (Alexander der Große, Hannibal bei der Alpenüberquerung, Dschingis Khan ...);
    • Historische Quellen aus Regierungszeiten von Pharaonen, Päpsten, Kaisern, Königen;
    • Ratsprotokollen, Schadensprotokollen, Rechnungsbüchern (witterungsbedingte Bau- und Reperaturmaßnahmen);
    • Eiskernbohrungen;
    • Evaporite (Salzkrusten, Salzablagerungen) in Meeresböden, Lagunen;
    • Pollenanalysen (in Mooren eingelagerte Sedimente);
    • Ablagerungsschichten in Flüssen, Seen oder Meeren (Warven);
    • Höhlen (Kristalle, Stalagtiten & Stalagmiten, Malereien, Knochenfunde);
    • Holz (U.a. Verbauung insbesondere in Brunnenschächten, Möbel, Instrumenten, Gebäuden);
    • Gesteinen;
    • Fossilien;
    • Korallen;
    • Bernsteinen;
    • Knochen;
    • Landschaftsmalereien, Flugschriften, kolorierte Handzeichnungen, Holz- oder Kupferstiche, Fresken;
    • Ansichtskarten (insbeondere Alpen-Gletscher, oder der Traum von weißen Weihnachten von europäischen Einwanderen aus Nordamerika ab dem 19. Jahrhundert);
    • Darstellungen in der zeitgenössischen Kunst;
    • Stadtmauern (Markierungen von Hochwassern und Überschwemmungen);
    • Kirchenliedern und sogen. Buß-Psalmen;
    • Einkehr in Mythen, Sagen, Gedichten, Legenden;
    • Änderungen in der Technik, Architektur & Kunst (Bauten, Bildhauerei, Malerei, Dichtung, Musik, Philosophie, Literatur, Bildung, Mode) im Mittelalter und darüber hinaus;
    • Änderung des Anbaus (Dünger, Feldbestellung) und Kultivierung von Lebensmitteln (z.B.: Reinheitsgebot des Bieres im Jahre 1516);
    • Produktion, Umlauf, Metallgehalt von Münzen;
    • Errichtungen, Entwicklungen & Änderungen von Märkten, Messen, Jahrmärkten (Angebot, Nachfrage, Preise, Produkte, Getränke, Nahrungsmitteln), des Handels, des Transports (Wasserwege, Landwege, Tiere, Wagenbauart) und Erhebung von Zöllen, Abgaben & Steuern (Transportkosten, Versteuerung von Waren, Gütern, Produkten, Lebensmitteln);
    • Bau/Ausbau von Mühlen, Kanälen, Häfen sowie Errichtung von Leuchttürmen;
    • Landflucht;
    • wachsender/schrumpfender Bevölkerung, die Gründung/Aufgabe von Städten, vermehrte/verminderte Bautätigkeit (Kirchen, Schlösser, Klöster), florierenden/einbrechenden Handel & Gewerbe, reiche/schwache Ernten, hohe/niedrige Produktivität durch günstiges/ungünstiges Klima im Hochmittelater.


    Die ältesten Quellen eignen sich nur vereinzelt als Klima-Archiv und umfassen nur Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, außerordentliche Kälte oder Hitze, Erdbeben.



    Ab dem späten Mittelalter sind die Beobachtungen - speziell von Sommer und Wintern - durch Gelehrte, Geistliche, Ärzte, Adel nahezu lückenlos. Hintergrund hierfür sind Schwankungen im Klimasystem und der sich verändernden Umwelt.



    Ein Höhepunkt stellt ab 1450 der Buchdruck dar, mit dem auch eine breitere Bevölkerungsschicht lesen und schreiben konnte und so dass nun sogar fast täglich Wetterbeschreibungen festgehalten werden konnten.



    Durch die flächendeckende Instrumentenmessungen ab 1680 konnten diese in Celsius- und Fahrenheit-Skalen eingeteilt werden. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es amtliche Messnetze (z.B.: "Wärmster Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen").



    Mit dem Beginn der Erkundung des Weltraums ab 1960 (U.a. durch Satelliten) sowie dem Einsatz rechenstarker Computer ist es möglich, nicht nur regionale sondern auch kontinentale Klimavorhersagen zu treffen.



    Die Koryphäen der historischen Klimaforschung

    • Heinz Wanner,
    • Wolfgang Behringer,
    • Christian Pfister,
    • Rüdiger Glaser,
    • Michael Börngen,
    • Oliver Wetter,
    • Hermann Flohn,
    • Curt Weikinn,
    • Axel Bojanowski,
    • Rudolf Hennig,
    • Hubert Horace Lamb,
    • Emmanuel Le Roy Ladurie.


    Danksagung:


    Die Erstellung dieser Homepage hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Nicht minder wie das Klima erfährt die "Zukunftsforschung in der Vergangenheit" eine erhöhte Aufmerksamkeit. Ein Klima-Archiv umfasst sehr viele Forschungsgebiete und viele Koryphäen haben sich teilweise jahrzehntelang mit großer Hingabe diesem Thema gewidmet, von deren hingebungsvoller Arbeit auch ich profitieren konnte.